Besuch bei den Jusos in Gelsenkirchen
Sonja Pawlowski am Freitag, den 18. September 2009

Gestern besuchte ich zusammen mit Dennis eine Podiumsdikussion der Jusos in Gelsenkirchen. Mit dabei waren Darko Manojlovic (Betriebsratsmitglie der BP Gelsenkirchen GmbH), Jochaim Poß (Mitglied des deutschen Bundestages,) Franziska Drohsel (Bundesvorsitzende der Jusos) und Dr. Josef Hülsdünker (Vorsitzender der DGB-Regionen Emscher-Lippe (Recklinghausen) und Münster-Steinfurt-Warendorf). Im Publikum saß Dietmar Dieckmann (Vorsitzender der SPD Gelsenkirchen).
Thema des Abends waren die die Zustände auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt.
Zu Anfang stellten die einzelnen Fraktionen ihre Positionen bezüglich des Themenabends dar. Ein Moderator stellte Fragen, die nach und nach beantwortet wurden. Ein eher träger Einstieg, der allerdings durch Fragen aus dem Publikum aufgelockert wurde.
Besonders heißt wurden die prekären Zustände der Jugendlichen in Gelsenkirchen diskutiert, die unmotiviert durch die Straßen irrten. Hier soll mehr Geld für Bildung fließen, obwohl man hierbei auch gleich – in einigen Fällen – das Geld verfeuern könnte. Wir können die Augen vor dem Werteverfall, der in Deutschland herrscht, nicht verschließen. Es ist nun mal so, dass einige keine Lust haben die Schule oder auch eine Ausbildung zu beenden. Hier müsste an anderer Stelle dringender angesetzt werden.
Franziska Drohsel mahnte weiter an, dass der Hartz IV-Satz dringend angehoben werden müsse, doch der Antrag bei der SPD nicht durchgesetzt wurde. Stattdessen einigte man sich auf den Kompromiss, dass bei Bedarf der Satz angehoben werden könne. Ferner müsse dringend dafür gesorgt werden, dass Jugendliche, die von der ARGE unterstütz werden, keine Kürzungen mehr erhalten können.
Es ist beipielsweise so, dass die ARGE einem Jugendlichen, der in einer Bildungseinrichtung eine überbetriebliche Ausbildung macht, Geld kürzen kann, wenn dieser über die Stränge schlägt. Dies kann so aussehen, dass ein Auszubildender eine Sperre von 30 Prozent bekommt, wenn er jeden Tag zu spät kommt und Gespräche mit Ausbildern, Pädagogen und den Fallmanagern der ARGE nichts nützen. Es ist also oftmals der letzte Weg den Auszubildenden auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren, da er anders nichts mehr zu erreichen ist.
Es scheint, als habe sich Frau Drohsel noch nie mit einem Ausbilder einer Bildungseinrichtung unterhalten. Es gibt Auszubildende denen ist es völlig egal, dass sie mit 25 Jahren nur noch diese eine Chance haben, um einen Ausbildung zu beenden. Sie merken erst, dass etwas schief läuft, wenn man ihnen Geld streicht – so traurig das auch klingen mag.
Zum Thema Hartz IV wäre es doch möglich, dass die Betroffenen einen bestimmen Grundsatz erhalten und diesen durch Arbeit aufstocken können. Erhält eine Frau einen Grundsatz von rund 300 Euro und geht einer Tätigkeit (Mini-Job) nach, so hat sie rund 700 Euro im Monat zur Verfügung. Die Regel, dass bei einem Job ein bestimmter Betrag an die ARGE gehen muss, sollte daher abgeschafft werden. Vielleicht werden so die Betroffenen motiviert arbeiten zu gehen. Arbeit muss sich wieder lohnen.
Es scheint als müsse man sich weiter Gedanken über die Zukunft unserer Jugendlichen machen, aber nicht nur im Wahlkampf, sondern über das ganze Jahr hinweg.
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